Ja, es war ein schwacher Ruf, auch wenn er laut durch das Festzelt schallte: „Wer Achtjährige wie Terroristen behandelt, der tickt nicht richtig“, stellte der Wiener Bürgermeister am Freitagabend in mittlerweile gewohnt rüdem Ton fest. Ein Problem dabei: Dieser Ton, der im Fall der jüngsten Unmenschlichkeit auf Basis österreichischer Gesetzgebung nicht unpassend war, unterschied sich kaum von der Frage Michael Häupls wenige Wochen zuvor, ob die amtierende Wissenschaftsministerin Beatrix Karl „wo ang’rennt“ sei. Damals ging es um die von ihr angesprochene Möglichkeit, künftig Universitäten bzw. Universitätsinstitute/-fakultäten zu schließen – eine Option, die mittlerweile auch Unirektoren erwägen.

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Mit zwölf Jahren schrieb ich Briefe an Arnold Schwarzenegger, später an Nirvana und Selig; deren sicherlich ausführliche Antworten kamen nie an, dafür die Autogrammkarten der Fantastischen Vier – und von Thomas Klestil. Ja, ich habe mich früh für Politik interessiert, aber der amtierende Bundespräsident war mir, was seine Funktion wie auch seine Person betraf, um 1992 herum doch noch ziemlich egal; jedoch, so mein Gedanke: Die Unterschrift des höchsten Amtsträgers der Republik – damit sollte man beeindrucken können! Wen auch immer.

Eine wirkliche Sammlerleidenschaft entwickelte sich daraus nicht, wenngleich ich mir das Selig-Autogramm bei einem Konzert 1996 doch noch holte, und im Lauf der Zeit die Unterschriften von Walter Schiejok und Paradise Lost sowie ein Drumstick des Sepultura-Gitarristen (kein Fehler!) Andreas Kisser meine Jugendzimmerwand zierten. Für das verschwitzte T-Shirt von Billy Joe Armstrong war ich beim Konzert in Konstanz 1997 um einen Sekundenbruchteil zu langsam, aber das habe ich nie wirklich bereut.

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Mit ihrem Aufschrei gegen das Bettelverbot in Wien und ihr Eintreten für einen ernstzunehmenden Nichtraucherschutz wenden sich die Grünen wieder vermehrt relevanten – im Sinne von: massentauglichen – Themen zu. Natürlich hat das Engagement für die „Rathausfrau“ Symbolkraft, und sicherlich war der Kampf für eine eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlich Liebender (vulgo: Homo-Ehe) wichtig und schlussendlich erfolgreich, wenn auch das wirklich dringende Anliegen von den Regierungsparteien nur in abgeschwächter Form umgesetzt worden ist. Aber an der Wahlurne sind damit einfach keine Mehrheiten zu holen.

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Seine Frau ist Malerin, er selbst bezeichnet sich als „politischer Journalist mit Hang zum Feuilleton“ und „überhaupt zu unerwiderter Liebe“. Eine solche führt auch zu den Geschehnissen, die Armin Thurnher, hauptberuflich Chefredakteur des von ihm mitbegründeten FALTER, in seinem ersten Roman schildert. Der Erzähler Thurnher wohnt einer Ehrung des Pianisten Alfred Brendel bei; diesem wird der Beethoven-Ring verliehen – wir schreiben das Jahr 2001. Lange hat es der Journalist nicht gewagt, den Musiker um ein Interview zu bitten, trotz seiner Verehrung für ihn. Oder „gerade deswegen“, wie der Waschzettel dem Leser nahe legt. Diesmal jedoch mischt er sich mit genau diesem Vorhaben unter die Gratulanten – und wird abgewiesen. Die Niederlage zur Kenntnis nehmend, kann er Brendel immerhin für einen Text interessieren, den er wenige Wochen davor zu dessen 70. Geburtstag veröffentlicht hat. Und legt mit der Übermittlung des Artikels den Grundstein zu einer Reihe von Verfehlungen.

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