Dass sich da gerichtlich was tun würde, war abzusehen; verwunderlich ist, dass der Kläger fast drei Monate auf sich warten ließ. Bereits Ende September ist die Weiße Nacht von David Schalko erschienen, erst kurz vor Weihnachten jedoch sei dem Verlag die Anzeige untergekommen, und vor einigen Tagen schließlich drang das Ganze an die Öffentlichkeit. BZÖ-Anhängsel Stefan Petzner, im Oktober des vorletzten Jahres über die Kärntner Grenzen hinaus bekannt geworden, weil er Jörg Haider an dessen Todestag als seinen Lebensmenschen geoutet hat, fühlt sich durch Schalkos knapp 130-seitige Erzählung bloßgestellt und fordert dafür (finanzielle) Genugtuung. Die Argumentation: Man erkenne ihn in der erzählenden Figur Thomas aufgrund eines beschriebenen Delfin-Tatoos, einer erwähnten Solariumsbräune, einer Lieblingsfarbe (türkis) und eines Lieblingswortes (Flocke), das alles und nichts zu bezeichnen scheint, wieder.

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Seine Frau ist Malerin, er selbst bezeichnet sich als „politischer Journalist mit Hang zum Feuilleton“ und „überhaupt zu unerwiderter Liebe“. Eine solche führt auch zu den Geschehnissen, die Armin Thurnher, hauptberuflich Chefredakteur des von ihm mitbegründeten FALTER, in seinem ersten Roman schildert. Der Erzähler Thurnher wohnt einer Ehrung des Pianisten Alfred Brendel bei; diesem wird der Beethoven-Ring verliehen – wir schreiben das Jahr 2001. Lange hat es der Journalist nicht gewagt, den Musiker um ein Interview zu bitten, trotz seiner Verehrung für ihn. Oder „gerade deswegen“, wie der Waschzettel dem Leser nahe legt. Diesmal jedoch mischt er sich mit genau diesem Vorhaben unter die Gratulanten – und wird abgewiesen. Die Niederlage zur Kenntnis nehmend, kann er Brendel immerhin für einen Text interessieren, den er wenige Wochen davor zu dessen 70. Geburtstag veröffentlicht hat. Und legt mit der Übermittlung des Artikels den Grundstein zu einer Reihe von Verfehlungen.

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