In drei Krimis zeichnete der gebürtige Oberösterreicher Franz Kabelka ein lebendiges Bild der Vorarlberger Gesellschaft vom Bodensee bis ins Montafon. Den Ermittler Anton „Tone“ Hagen präsentiert er als zerbrechliche Seele, die sich nicht scheut, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Interview spricht der Autor, ehemaliger Stadtpolitiker und hauptberuflich AHS-Lehrer in Feldkirch, über Mundarten, Heimat, politische Einmischung und Burnout.
(mad): Tone Hagen kehrt nach vielen Jahren in Linz zurück ins „Ländle“. Sie stammen selbst aus Oberösterreich – war es schwer, die neue Heimat zu schildern?
Kabelka: Ich habe lange überlegt, wie ich es angehe, damit mir mein „Zuag’rast-Sein“ nicht von den „g’hörigen“ Vorarlbergern angelastet wird. Die Perspektive dessen einzunehmen, der mit einer gewissen Distanz in seine alte Heimat zurückkehrt, erschien mir als die beste Lösung. Es kommen in meinen Romanen nur wenige Vorarlberger Dialektausdrücke vor, bei denen ich mich außerdem so gut wie möglich abgesichert habe. Da bin ich penibler als manch anderer Autor. Im letzten Buch kommen zudem Wienerisch, Münchnerisch und Berlinerisch vor. Das lief alles durch mehrere Kontrollinstanzen.
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An und für sich wäre die Sache jetzt einfach, habe ich mir bei der heutigen Medienlektüre gedacht: Nachdem Innenministerin Maria Fekter zuletzt darauf bestanden hat, über die Intervention des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hinweg zu sehen und weiterhin Menschen (auch) nach Griechenland abzuschieben, müsste die gerne als „links-links“ beschimpfte Minderheit hierzulande dazu übergehen, ihre Schützlinge vorausschauend zu kennzeichnen: mit der Zahl des Tiers. Immerhin ist die griechisch-orthodoxe Kirche gewillt, die berühmte Sechshundertsechsundsechzig möglichst aus ihrem Einflussbereich zu tilgen: Sie habe sich total gegen die „Teufelszahl“ ausgesprochen, wie derstandard.at schreibt. Was läge demnach näher, als die Tatoonadeln auszupacken und…
Halt: Wir wissen, so würde es nicht funktionieren. Notfalls droht die Abschiebeliga nämlich mit dem Veto gegen allfällige künftige Finanzhilfen, und dann achten die Hellenen auch nicht mehr auf Kleinigkeiten wie die apokalypsebeschwörende Zahlenkombination
Überhaupt sollte man die oben genannte Phantasie am besten gleich wieder verräumen. Gerade in Anbetracht der Aussichtslosigkeit könnten sich sonst durchaus ein paar rechte Recken dafür begeistern…
Ja, es war ein schwacher Ruf, auch wenn er laut durch das Festzelt schallte: „Wer Achtjährige wie Terroristen behandelt, der tickt nicht richtig“, stellte der Wiener Bürgermeister am Freitagabend in mittlerweile gewohnt rüdem Ton fest. Ein Problem dabei: Dieser Ton, der im Fall der jüngsten Unmenschlichkeit auf Basis österreichischer Gesetzgebung nicht unpassend war, unterschied sich kaum von der Frage Michael Häupls wenige Wochen zuvor, ob die amtierende Wissenschaftsministerin Beatrix Karl „wo ang’rennt“ sei. Damals ging es um die von ihr angesprochene Möglichkeit, künftig Universitäten bzw. Universitätsinstitute/-fakultäten zu schließen – eine Option, die mittlerweile auch Unirektoren erwägen.
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An der Uni Wien habe ich vor Jahren ein Proseminar besucht, indem es um das Judentum ging. Als Jörg Haider in jenen Tagen seinen legendären rhetorischen Ausritt gegen Ariel Muzicant beging, den Präsidenten der Israelischen Kultusgemeinde Wien, nannte der vortragende Professor ihn ob dessen andauernden Jonglierens mit antisemitischen Klischees ein Schwein. Einige Wochen später sollten wir dem Lehrveranstaltungsleiter schriftlich Rückmeldung ob unserer Zufriedenheit mit seiner Arbeit geben, was natürlich auch anonym möglich war; und, klar, zumindest eine Stellungnahme zur Chose war mit dabei: Es ginge nicht an, einen (renommierten) Politiker solcherart zu beschimpfen – bei aller gerechtfertigten inhaltlichen Kritik. Was machte der Professor? Er wiegte seinen Kopf, er strich sich über seinen Schnurrbart und stimmte dem Kritiker zu – nur um sogleich festzustellen, dass ein Schwein nun Mal einfach ein Schwein zu nennen sei. Punktum.
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Bundespräsident Heinz Fischer hat „seine Sache sehr ordentlich gemacht“, bestätigt ein weiterer Präsident, der sich um die Verlängerung seiner Amtszeit wenig sorgen muss – nämlich jener der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl –, im Standard. Zwar sei er mit der Meinung, dass die ÖVP auf eine Kandidatur verzichten solle, in der Partei lange Zeit allein gewesen; dann aber wurde daraus doch „die Mehrheitsmeinung“. Ausschließlich „wegen eines Achtungserfolgs anzutreten ist – auch wegen der Kosten – nicht sehr ratsam, das bringt nichts“, weiß Leitl. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll nennt das, was am Donnerstagnachmittag von seinem Neffen, Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll verkündet werden soll, zwar „einen strategischen Fehler“. Aber wie sollte gerade er, der eigentlich selbst angetreten wollte, nur leider viel zu früh und – auch ein „strategischer Fehler“ – auf einem Ticket der Kronenzeitung bereits im Juni 2009 einen entsprechenden Vorstoß wagte (oder meinetwegen in den Ring gestoßen wurde), auch anders agieren?
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