Also wieder einmal der Internationale Frauentag. Am Montag ist es soweit: 99 Mal wird er danach angegangen worden sein, und nächstes Jahr, zum Zentennium, lassen wir unsere Mitbürgerinnen dann erst recht hoch leben.

„Dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger bezahlt bekommen, einfach deshalb, weil sie Frauen sind, ist beschämend“, stellt die Frauenministerin fest. „Und dass die Einkommensunterschiede eher größer als kleiner werden, hat nichts mit einer modernen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts zu tun.“ Für dieselbe Arbeit bekommen Frauen im Durchschnitt nämlich immer noch um 15 Prozent weniger bezahlt als Männer, denen es vielfach nicht recht sei, dass überhaupt eine offene Diskussion über die Einkommensschere geführt wird, wie Gabriele Heinisch-Hosek heute per OTS mitteilte. Natürlich steht Österreich in dieser Hinsicht nicht alleine etwas blöd da: Laut dem Statistischen Bundesamt Deutschland sieht es in unserem größten Nachbarland noch schlechter aus. Die aktuellsten Zahlen belegen (auf Basis der Bruttoeinkommen 2008), dass der deutsche Gender Pay Gap bei 23,2 Prozent liegt. Das ist deutlich über dem EU-Schnitt von 18 Prozent, den wir derzeit noch unterbieten.

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Die Grünen sagen endlich ab, um sich Geld und Wahlkampfmunition zu sparen, die FPÖ stellt endlich klar, dass sie Rosenkranz for President will. Und was sagt Stefan Petzner, als er in einem Nebensatz in der ORF-Sendung Im Zentrum nach den Ambitionen seines Parteichefs Josef Bucher gefragt wird? „Die Chancen stehen 50 zu 50.“ – Super, mit der Wahrscheinlichkeit trete ich auch an: Entweder ich tu’s, oder ich tu’s nicht!

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass FP-Rosenkranz seitens der Partei als „klares Angebot an ÖVP-Wähler“ vorgestellt wurde. Vor etwas mehr als zehn Jahren hätte man darüber gelacht. Heute wünscht man sich, dass die Volkspartei doch noch einen Wunderwuzzi aus dem Hut zaubert und kandidieren lässt – um alle Zweifel daran auszuräumen, dass man sich mit dem Angebot aus Niederösterreich aber sowas von nicht anfreunden kann…

Ein gefallener ÖVP-Engel wie Franz Fischler oder Erhard Busek hätte gute Chancen und könnte sogar von den Grünen, wenn sie schon Zweifel an Heifis Qualitäten hegen, guten Gewissens unterstützt werden. Aber die ÖVP 2010 ist wahrscheinlich tatsächlich eher auf Linie mit Rosenkranz als mit dem ehemaligen EU-Kommissar oder dem früheren Wissenschaftsminister und Vizekanzler. Wen die zwei wohl wählen?

Bundespräsident Heinz Fischer hat „seine Sache sehr ordentlich gemacht“, bestätigt ein weiterer Präsident, der sich um die Verlängerung seiner Amtszeit wenig sorgen muss – nämlich jener der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl –, im Standard. Zwar sei er mit der Meinung, dass die ÖVP auf eine Kandidatur verzichten solle, in der Partei lange Zeit allein gewesen; dann aber wurde daraus doch „die Mehrheitsmeinung“. Ausschließlich „wegen eines Achtungserfolgs anzutreten ist – auch wegen der Kosten – nicht sehr ratsam, das bringt nichts“, weiß Leitl. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll nennt das, was am Donnerstagnachmittag von seinem Neffen, Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll verkündet werden soll, zwar „einen strategischen Fehler“. Aber wie sollte gerade er, der eigentlich selbst angetreten wollte, nur leider viel zu früh und – auch ein „strategischer Fehler“ – auf einem Ticket der Kronenzeitung bereits im Juni 2009 einen entsprechenden Vorstoß wagte (oder meinetwegen in den Ring gestoßen wurde), auch anders agieren?

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Immer wieder hilfreich, wenn man sich von alten Dingen nicht trennt: Aus aktuellem Anlass also Mal schnell die Zivi-Unterlagen rausgesucht, und was lese ich da? Natürlich hab’ ich damals im 97er-Jahr vor der Stellungskommission unterschrieben, „die Wehrpflicht nicht erfüllen zu können“, weil ich es – „von Fällen der persönlichen Notwehr oder Nothilfe abgesehen – aus Gewissensgründen ablehn(e), Waffengewalt gegen Menschen anzuwenden, und daher bei Leistung des Wehrdienstes in Gewissensnot geraten würde“. Das kann man Pazifismus nennen und ist eigentlich eine ganz noble Angewohnheit; dass ich darum scharf darauf gewesen wäre, „Zivildienst leisten zu wollen“, war damals wie heute übertrieben – aber was blieb einem anderes übrig?

Untauglich, also (in erster Linie) körperlich nicht für den Wehrdienst geeignet, waren immer nur jene, die z.B. einen Bauernhof daheim hatten, den sie womöglich noch allein bestellten, oder die seit frühester Jugend professionellen Leistungssport betrieben. Schon seltsam, dachten wir uns bei dem einen oder anderen, als wir nach der Stellung, auf der Heimfahrt von Innsbruck nach Feldkirch (Zwischenstopp: Fohrenburg), gegenseitig in unsere Unterlagen linsten; aber es war dann doch ziemlich egal: Wichtig war uns nur, selbst eine Bescheinigung der absoluten Unversehrtheit mit nach Hause zu bringen. Jene, die der Kommission ihre Selbstmordgedanken bzw. ihren Hass auf Mensch und Gesellschaft dargelegt hatten, ob ernsthaft oder als verzweifelter Versuch, vom Wehr- und damit auch vom Zivildienst befreit zu werden, konnten im besten Fall mit einer Wiederbestellung in zwei Jahren rechnen. (Als potenzielles Kanonenfutter könnte man sie ja vielleicht doch gebrauchen, war unsere Vermutung.)

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