„Es ist auch moralisch verwerflich, wenn einer, der als [Politiker] grandios gescheitert ist und bisher noch nicht viel zusammengebracht hat, sich auf meine Kosten, zu Lasten meiner Person, zu profitieren (!) versucht und Geld mit mir macht. Das lass ich nicht zu!“ – Man könnte meinen, Stefan Petzner schilt sich selbst für die peinlichen Ausnahmesituationen, in die er sich – scheinbar in immer kürzeren Abständen – regelmäßig manövriert. Aber nein, das in einem Wort veränderte Zitat zielte in Wirklichkeit auf den liebsten Feind David Schalko ab, „der als Künstler grandios gescheitert“ sei, wie Petzner meint.

Immer noch geht es um die Weiße Nacht, Ruhe wird wohl frühestens nach dem Gerichtsprozess am 19. Februar einkehren. Und was schon bisher im Raum stand, wird eben von der deutschen Kulturzeit bestätigt: Petzner klage „nicht auf ein Verbot“ des Buches, sondern er wolle erlittenen Schaden ersetzt haben: „Tantiemen sozusagen – und einen kleinen Zipfel vom Ruhm“, wie 3sat heute verdeutlichte. Es ist ihm also – zum Beispiel – wurscht, dass die an ihn angelehnte Figur (angeblich) einen melonenförmigen Kopf hat. Nun, dann wird der seelische Schmerz wohl nicht all zu tief sitzen. Ein leichtes Spiel für Schalko und seinen Verlag.

Ach ja: „Das kann man als aufrechter Demokrat nicht zulassen“, wird das BZÖ-Anhängsel in diesem Zusammenhang weiter zitiert. Und wieder erwartet man ihn ob seines politischen Wirkens mit erhobenem Zeigefinger vor dem Spiegel stehend…

Dass sich da gerichtlich was tun würde, war abzusehen; verwunderlich ist, dass der Kläger fast drei Monate auf sich warten ließ. Bereits Ende September ist die Weiße Nacht von David Schalko erschienen, erst kurz vor Weihnachten jedoch sei dem Verlag die Anzeige untergekommen, und vor einigen Tagen schließlich drang das Ganze an die Öffentlichkeit. BZÖ-Anhängsel Stefan Petzner, im Oktober des vorletzten Jahres über die Kärntner Grenzen hinaus bekannt geworden, weil er Jörg Haider an dessen Todestag als seinen Lebensmenschen geoutet hat, fühlt sich durch Schalkos knapp 130-seitige Erzählung bloßgestellt und fordert dafür (finanzielle) Genugtuung. Die Argumentation: Man erkenne ihn in der erzählenden Figur Thomas aufgrund eines beschriebenen Delfin-Tatoos, einer erwähnten Solariumsbräune, einer Lieblingsfarbe (türkis) und eines Lieblingswortes (Flocke), das alles und nichts zu bezeichnen scheint, wieder.

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