In drei Krimis zeichnete der gebürtige Oberösterreicher Franz Kabelka ein lebendiges Bild der Vorarlberger Gesellschaft vom Bodensee bis ins Montafon. Den Ermittler Anton „Tone“ Hagen präsentiert er als zerbrechliche Seele, die sich nicht scheut, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Interview spricht der Autor, ehemaliger Stadtpolitiker und hauptberuflich AHS-Lehrer in Feldkirch, über Mundarten, Heimat, politische Einmischung und Burnout.
(mad): Tone Hagen kehrt nach vielen Jahren in Linz zurück ins „Ländle“. Sie stammen selbst aus Oberösterreich – war es schwer, die neue Heimat zu schildern?
Kabelka: Ich habe lange überlegt, wie ich es angehe, damit mir mein „Zuag’rast-Sein“ nicht von den „g’hörigen“ Vorarlbergern angelastet wird. Die Perspektive dessen einzunehmen, der mit einer gewissen Distanz in seine alte Heimat zurückkehrt, erschien mir als die beste Lösung. Es kommen in meinen Romanen nur wenige Vorarlberger Dialektausdrücke vor, bei denen ich mich außerdem so gut wie möglich abgesichert habe. Da bin ich penibler als manch anderer Autor. Im letzten Buch kommen zudem Wienerisch, Münchnerisch und Berlinerisch vor. Das lief alles durch mehrere Kontrollinstanzen.
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Ja, es war ein schwacher Ruf, auch wenn er laut durch das Festzelt schallte: „Wer Achtjährige wie Terroristen behandelt, der tickt nicht richtig“, stellte der Wiener Bürgermeister am Freitagabend in mittlerweile gewohnt rüdem Ton fest. Ein Problem dabei: Dieser Ton, der im Fall der jüngsten Unmenschlichkeit auf Basis österreichischer Gesetzgebung nicht unpassend war, unterschied sich kaum von der Frage Michael Häupls wenige Wochen zuvor, ob die amtierende Wissenschaftsministerin Beatrix Karl „wo ang’rennt“ sei. Damals ging es um die von ihr angesprochene Möglichkeit, künftig Universitäten bzw. Universitätsinstitute/-fakultäten zu schließen – eine Option, die mittlerweile auch Unirektoren erwägen.
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„Heinz Fischer nachgefragt“: Die Grünen nahmen am frühen Sonntagnachmittag den Bundespräsidenten in ihre Mitte und stellten kritische Fragen, die per Internet oder direkt vor der Veranstaltung per Kärtchen eingebracht worden waren. Die Moderatoren Eva Glawischnig, Maria Vassilakou und Rudi Anschober hielten sich mit persönlichen Statements sehr zurück, hakten wenig nach – ließen dem amtierenden und künftigen Staatsoberhaupt respektvoll den Raum, den es brauchte. Fischer selbst wiederum bemühte sich, seine Ansichten, die ja an sich bekannt sind, durch die Preisgabe des einen oder anderen Details zu zementieren – garniert mit Anekdoten aus der oft verklärten Ära Bruno Kreisky. An die 200 Interessierte hatten nach Schönbrunn in die Orangerie gefunden, viele weitere waren per Live-Stream von daheim aus mit dabei. Im Folgenden Fischers Stellungnahmen zu den wichtigsten Themen:
ASYL & BLEIBERECHT: „Nach einigen Jahren überwiegt der Integrationsfaktor“, ist der Bundespräsident sicher, weshalb in diesem Fall „mit wenigen Ausnahmen“ ein unbeschränktes Bleiberecht für Asylwerber „sinnvoll“ wäre. Er habe den Regierenden entsprechendes Handeln empfohlen; diese setzten aber lieber „Maßnahmen, um die Dauer der Asylverfahren zu verkürzen“, was, wenn man die entsprechenden Statistiken sehe, tendenziell zu funktionieren scheine. Fischer stellte aber auch fest, „dass in dieser Hinsicht vieles in den Jahren 2000 bis 2004/2005 verbockt worden ist“ – also unter schwarz-blauer Schirmherrschaft – und dass vor allem jene, „die damals verantwortlich waren, heute am lautesten schreien“. Wie zum Beispiel im Fall von Arigona Zogaj und ihrer Familie. Was er nicht verstehen könne: „Warum so viele Österreicher so negative Emotionen und brutale Worte gegen dieses Mädchen finden: Das tut mir weh.“ Bei der ORF-Aktion Licht ins Dunkel hätten er und Kardinal Christoph Schönborn letzten Dezember klare Worte gefunden und gesagt, dass „das menschliche Gefühl“ für ein Bleiberecht spreche: „Meine Haltung in dem Fall ist klar.“ Die aktuelle Aussetzung der Ausweisung, mit der der Verfassungsgerichtshof den Zogajs etwas Zeit verschafft, sage noch nichts über die endgültige Entscheidung aus, die er selbstverständlich würde anerkennen müssen: Er könne nicht einerseits den Entscheid für die Aufstellung der Ortstafeln in Kärnten „bejubeln“ und auf der anderen Seite sagen, der Entscheid des Verfassungsgerichts „interessiert mich nicht“.
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Mit ihrem Aufschrei gegen das Bettelverbot in Wien und ihr Eintreten für einen ernstzunehmenden Nichtraucherschutz wenden sich die Grünen wieder vermehrt relevanten – im Sinne von: massentauglichen – Themen zu. Natürlich hat das Engagement für die „Rathausfrau“ Symbolkraft, und sicherlich war der Kampf für eine eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlich Liebender (vulgo: Homo-Ehe) wichtig und schlussendlich erfolgreich, wenn auch das wirklich dringende Anliegen von den Regierungsparteien nur in abgeschwächter Form umgesetzt worden ist. Aber an der Wahlurne sind damit einfach keine Mehrheiten zu holen.
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Die Grünen sagen endlich ab, um sich Geld und Wahlkampfmunition zu sparen, die FPÖ stellt endlich klar, dass sie Rosenkranz for President will. Und was sagt Stefan Petzner, als er in einem Nebensatz in der ORF-Sendung Im Zentrum nach den Ambitionen seines Parteichefs Josef Bucher gefragt wird? „Die Chancen stehen 50 zu 50.“ – Super, mit der Wahrscheinlichkeit trete ich auch an: Entweder ich tu’s, oder ich tu’s nicht!
Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass FP-Rosenkranz seitens der Partei als „klares Angebot an ÖVP-Wähler“ vorgestellt wurde. Vor etwas mehr als zehn Jahren hätte man darüber gelacht. Heute wünscht man sich, dass die Volkspartei doch noch einen Wunderwuzzi aus dem Hut zaubert und kandidieren lässt – um alle Zweifel daran auszuräumen, dass man sich mit dem Angebot aus Niederösterreich aber sowas von nicht anfreunden kann…
Ein gefallener ÖVP-Engel wie Franz Fischler oder Erhard Busek hätte gute Chancen und könnte sogar von den Grünen, wenn sie schon Zweifel an Heifis Qualitäten hegen, guten Gewissens unterstützt werden. Aber die ÖVP 2010 ist wahrscheinlich tatsächlich eher auf Linie mit Rosenkranz als mit dem ehemaligen EU-Kommissar oder dem früheren Wissenschaftsminister und Vizekanzler. Wen die zwei wohl wählen?