Man kann bei Markus Köhles Dorfdefektmutanten an die Piefke-Saga denken und liegt damit gar nicht so falsch, denn auch in diesem „Heimatroman“ geht es um den Blick hinter die Kulissen des Tourismuswahns.

Der Held der Geschichte kehrt, nachdem er am Studium in Wien gescheitert ist, in seinen Heimatort zurück, wo er sich als Hausmeister in einer Autobahnraststätte verdingt. Der aktuellen Geschehnisse gibt es wenig erwähnenswerte, der Protagonist hängt vielmehr seiner Jugend(liebe) nach, die er mit dem besten Freund Klaus teilte. Mit dem Leben als Fachmann für alles – Reparaturen in Haus und Hof, Schneeschippen, die Versorgung gestrandeter Snowboarder – hat er sich arrangiert, Hobbys gibt es vor allem zwei: Internetkontakte und das Fotografieren der von Gästen verunreinigten Toiletten.

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„Heinz Fischer nachgefragt“: Die Grünen nahmen am frühen Sonntagnachmittag den Bundespräsidenten in ihre Mitte und stellten kritische Fragen, die per Internet oder direkt vor der Veranstaltung per Kärtchen eingebracht worden waren. Die Moderatoren Eva Glawischnig, Maria Vassilakou und Rudi Anschober hielten sich mit persönlichen Statements sehr zurück, hakten wenig nach – ließen dem amtierenden und künftigen Staatsoberhaupt respektvoll den Raum, den es brauchte. Fischer selbst wiederum bemühte sich, seine Ansichten, die ja an sich bekannt sind, durch die Preisgabe des einen oder anderen Details zu zementieren – garniert mit Anekdoten aus der oft verklärten Ära Bruno Kreisky. An die 200 Interessierte hatten nach Schönbrunn in die Orangerie gefunden, viele weitere waren per Live-Stream von daheim aus mit dabei. Im Folgenden Fischers Stellungnahmen zu den wichtigsten Themen:

ASYL & BLEIBERECHT: „Nach einigen Jahren überwiegt der Integrationsfaktor“, ist der Bundespräsident sicher, weshalb in diesem Fall „mit wenigen Ausnahmen“ ein unbeschränktes Bleiberecht für Asylwerber „sinnvoll“ wäre. Er habe den Regierenden entsprechendes Handeln empfohlen; diese setzten aber lieber „Maßnahmen, um die Dauer der Asylverfahren zu verkürzen“, was, wenn man die entsprechenden Statistiken sehe, tendenziell zu funktionieren scheine. Fischer stellte aber auch fest, „dass in dieser Hinsicht vieles in den Jahren 2000 bis 2004/2005 verbockt worden ist“ – also unter schwarz-blauer Schirmherrschaft – und dass vor allem jene, „die damals verantwortlich waren, heute am lautesten schreien“. Wie zum Beispiel im Fall von Arigona Zogaj und ihrer Familie. Was er nicht verstehen könne: „Warum so viele Österreicher so negative Emotionen und brutale Worte gegen dieses Mädchen finden: Das tut mir weh.“ Bei der ORF-Aktion Licht ins Dunkel hätten er und Kardinal Christoph Schönborn letzten Dezember klare Worte gefunden und gesagt, dass „das menschliche Gefühl“ für ein Bleiberecht spreche: „Meine Haltung in dem Fall ist klar.“ Die aktuelle Aussetzung der Ausweisung, mit der der Verfassungsgerichtshof den Zogajs etwas Zeit verschafft, sage noch nichts über die endgültige Entscheidung aus, die er selbstverständlich würde anerkennen müssen: Er könne nicht einerseits den Entscheid für die Aufstellung der Ortstafeln in Kärnten „bejubeln“ und auf der anderen Seite sagen, der Entscheid des Verfassungsgerichts „interessiert mich nicht“.

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Das Bilderverbot, das ich diesem Weblog auferlegt habe, werde ich auch für Big DnC nicht brechen, weshalb der geneigte Leser an dieser Stelle keine Einbettung, sondern nur einen Verweis auf dessen durchaus amüsantes (und handwerklich gelungenes) „Skandalvideo“ findet.

Wir erinnern uns: Vor wenigen Tagen begann sich die FPÖ nach einem Bericht im Österreich-Blatt’l darüber zu empören, dass der heute 16-Jährige in dem Song Na C.-Strache ihren aktuellen Parteichef disst – eine Mischung aus sachlicher Kritik und wüsten Schimpftiraden. „Der Song hat harte Texte, aber so ist Hip-Hop eben“, stellte der Künstler fest, als er Dienstagabend bei der Sendung Talk of Town des Wiener Stadtsenders Puls4 zu Gast war (hier abzurufen). Wannabe Strache habe einen Rap gemacht (naja, eher: verbrochen; es handelte sich um einen Track im NR-Wahlkampf 2006, das Konzept wurde zur EU-Wahl 2009 aufgewärmt und ist wahrlich keinen Link wehrt) „und ich hab einen Rap gemacht“, verklickerte Big DnC den Mitdiskutanten Johann Gudenus, Ehrenobmann des Rings Freiheitlicher Jugend, und Peko Baxant, Jugendkoordinator der Wiener SPÖ.

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Mit ihrem Aufschrei gegen das Bettelverbot in Wien und ihr Eintreten für einen ernstzunehmenden Nichtraucherschutz wenden sich die Grünen wieder vermehrt relevanten – im Sinne von: massentauglichen – Themen zu. Natürlich hat das Engagement für die „Rathausfrau“ Symbolkraft, und sicherlich war der Kampf für eine eingetragene Partnerschaft gleichgeschlechtlich Liebender (vulgo: Homo-Ehe) wichtig und schlussendlich erfolgreich, wenn auch das wirklich dringende Anliegen von den Regierungsparteien nur in abgeschwächter Form umgesetzt worden ist. Aber an der Wahlurne sind damit einfach keine Mehrheiten zu holen.

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Die Grünen sagen endlich ab, um sich Geld und Wahlkampfmunition zu sparen, die FPÖ stellt endlich klar, dass sie Rosenkranz for President will. Und was sagt Stefan Petzner, als er in einem Nebensatz in der ORF-Sendung Im Zentrum nach den Ambitionen seines Parteichefs Josef Bucher gefragt wird? „Die Chancen stehen 50 zu 50.“ – Super, mit der Wahrscheinlichkeit trete ich auch an: Entweder ich tu’s, oder ich tu’s nicht!

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass FP-Rosenkranz seitens der Partei als „klares Angebot an ÖVP-Wähler“ vorgestellt wurde. Vor etwas mehr als zehn Jahren hätte man darüber gelacht. Heute wünscht man sich, dass die Volkspartei doch noch einen Wunderwuzzi aus dem Hut zaubert und kandidieren lässt – um alle Zweifel daran auszuräumen, dass man sich mit dem Angebot aus Niederösterreich aber sowas von nicht anfreunden kann…

Ein gefallener ÖVP-Engel wie Franz Fischler oder Erhard Busek hätte gute Chancen und könnte sogar von den Grünen, wenn sie schon Zweifel an Heifis Qualitäten hegen, guten Gewissens unterstützt werden. Aber die ÖVP 2010 ist wahrscheinlich tatsächlich eher auf Linie mit Rosenkranz als mit dem ehemaligen EU-Kommissar oder dem früheren Wissenschaftsminister und Vizekanzler. Wen die zwei wohl wählen?