Archiv für die Kategorie ‘ Politik ’

Das schabernackhaft ausgezwitscherte Gerücht, ich würde bald einen lukrativen ORF-Posten besetzen, machte – obgleich sofort beeinsprucht! – seine Runden und brachte heute sogar eine entsprechende Anfrage aus familiärer Richtung. Deshalb gleich vorweg, nochmals, ein für alle Mal: Ich werde den Küniglberg beruflich weiterhin meiden. Der (mad) geht nicht zum ORF. Versprochen!

Der (mad), der in den vergangenen Monaten die Vor- und Nachteile echter Selbständigkeit ausreichend kennenlernte, als er mit Vergnügen durch die heimische Printlandschaft wilderte (u.a. Falter/Heureka, Atello, Die Presse), wird aber dennoch wieder sesshaft. Gut Ding braucht Weile, könnte man die Geschehnisse seit Ende Juli zusammen fassen, und dieses gute Ding soll nicht länger verschwiegen werden: Hauptberuflich werde ich ab Jänner 2011 für Die Furche tätig sein, wobei ich mich schwerpunktmäßig den Bereichen Innenpolitik und Bildung widmen darf. Mit Aussicht auf den einen oder anderen thematischen Seitensprung – das wird sich entwickeln. Einen ersten aktuellen Eindruck meiner (noch freien) Tätigkeit für die traditionsreiche Wochenzeitung, von der mir in Kindertagen schon Großmutter Legendäres zu berichten wusste, gibt es hier und da zu lesen. Und am kommenden Donnerstag, soviel sei verraten, gibt’s neuen Stoff von mir!

Allen, die mich in der jüngeren Vergangenheit unterstützt haben, sei’s mental oder durch den einen oder anderen Auftrag, möchte ich ein herzliches „Dankeschön!“ entgegen rufen. Und tue das hiermit: Mercie beaucoup!

Ich mag die Schweizer – nicht zuletzt wurde ich in meinen frühen Wiener Tagen immer wieder selbst für einen gehalten. (Ja, das kann man sich zehn Jahre später gar nicht mehr vorstellen, ich weiß.)

Hier im Osten meinte man früher ohnehin, dass so gut wie alle Vorarlberger zum Hackeln in die Schweiz gingen. Es waren wohl auch einmal eine ganze Menge – aber so wie noch vor dreißig Jahren rentiert sich das heute nicht mehr. Mittlerweile werden die Österreicher dort zum Teil ja schon weggeschimpft: „Ihr nehmt uns unsere Arbeitsplätze weg“, das sei kein so seltener Vorwurf, wie ich mir habe sagen lassen. Von daher haben diese Vorarlberger Grenzgänger wohl einen Eindruck davon, was hierzulande Türken, Serben, Kroaten etc. durchmachen müssen. Unangenehm, aber nicht uninteressant.

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Vor einigen Tagen fiel mir eine längst vergessene CD wieder in die Hände: AKTE Xsiberg – FBI-Agentin Dana Scully ermittelt in Vorarlberg. Es handelt sich dabei um die Aufnahme eines spannend-amüsanten Abends, am 15. Oktober 1999, zu dessen gelingen ich mit einer Kurzgeschichte beitragen durfte. Die Marktgemeinde Götzis hatte einige Wochen vorher „junge Leute zwischen 14 und 26 Jahren“ dazu aufgerufen, sich literarisch mit dem Übernatürlichen zu beschäftigen. Einzige Einschränkung: „Schauplatz irgendwo in Vorarlberg.“

Die zehn gelungensten Beiträge wurden von Franziska Pigulla vorgelesen – der deutschen Synchonsprecherin von Akte-X-Star Gillian Anderson/Dana Scully – und von Jens Fischer musikalisch untermalt. Ich ging an diesem Abend nicht als Sieger nach Hause, aber als einer von neun weiteren Gewinnern – abgesehen vom ersten Platz wurde keine Reihung vorgenommen.

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Auf der Wiener Buchmesse – vulgo „Buch10“, wie ich heute gelernt habe –, ist es für den Durchschnittsmenschen sicherlich sehr interessant, da gibt es einiges zu stöbern. Weil ich viele „Pflichtbücher“ dieses Herbstes bereits kenne oder zumindest neben mir aufgestapelt habe (die sind natürlich nicht alle lesenswert, ach wo…), hielt sich der News-Wert in Grenzen. Umso mehr danke ich den Veranstaltern für die Presse-Akkreditierung: Mercie, es war sehr nett. Die Vorträge und Diskussionen, die mich angesprochen hätten, gingen und gehen sich bis Sonntag allesamt nicht aus, aber immerhin konnte ich ein dreijähriges Mädchen glücklich machen, indem ich mit ihr das „Zookonzert“ von Marko Simsa aufgesucht habe: „Papi, das war sehr, sehr lustig.“ Mit knapp 45 Minuten aber auch etwas zu lange für einige der jungen Besucher/innen. Doch der Künstler hat sich redlich bemüht, und etwa ein Drittel der Zeit waren auch zwei Filmteams anwesend. ORF? ATV? Puls4? Keine Ahnung, aber ab 19 Uhr wird wohl mal durchgezappt. Richard K. Breuer hat übrigens nicht zuviel versprochen: Sein Stand Nr. 732 ist sehr schön anzusehen.

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An und für sich wäre die Sache jetzt einfach, habe ich mir bei der heutigen Medienlektüre gedacht: Nachdem Innenministerin Maria Fekter zuletzt darauf bestanden hat, über die Intervention des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte hinweg zu sehen und weiterhin Menschen (auch) nach Griechenland abzuschieben, müsste die gerne als „links-links“ beschimpfte Minderheit hierzulande dazu übergehen, ihre Schützlinge vorausschauend zu kennzeichnen: mit der Zahl des Tiers. Immerhin ist die griechisch-orthodoxe Kirche gewillt, die berühmte Sechshundertsechsundsechzig möglichst aus ihrem Einflussbereich zu tilgen: Sie habe sich total gegen die „Teufelszahl“ ausgesprochen, wie derstandard.at schreibt. Was läge demnach näher, als die Tatoonadeln auszupacken und…

Halt: Wir wissen, so würde es nicht funktionieren. Notfalls droht die Abschiebeliga nämlich mit dem Veto gegen allfällige künftige Finanzhilfen, und dann achten die Hellenen auch nicht mehr auf Kleinigkeiten wie die apokalypsebeschwörende Zahlenkombination

Überhaupt sollte man die oben genannte Phantasie am besten gleich wieder verräumen. Gerade in Anbetracht der Aussichtslosigkeit könnten sich sonst durchaus ein paar rechte Recken dafür begeistern…