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Nun bedient sich der (mad) flugs selber der Copy-Paste-Vorzüge, und verbrät eine Rezension („Das Google-Copy-Paste-Syndrom“), die er am 3. Februar 2007 im Standard veröffentlicht hat, noch einmal. Der „Plagiats-Jäger“ Stefan Weber war zu jener Zeit gerade so etwas wie ein österreichischer Julian Assange. Nur wies er die Öffentlichkeit, anstatt ihr Geheimdokumente aus Regierungs-, Banker- oder Mafiakreisen zugänglich zu machen, darauf hin, dass die Qualität des wissenschaftlichen Betriebs – Internet sei Dank! – in großer Gefahr sei:

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Eigentlich reicht das Vorwort, in dem Amy Chua schreibt, ihre Geschichte „hätte davon handeln sollen, dass chinesische Eltern bessere Pädagogen sind als westliche. Stattdessen erzählt sie von einem bitteren Kulturkonflikt, einer kurzen Kostprobe vom Ruhm und von meiner Demütigung durch eine Dreizehnjährige“.

In der Tat geht es weniger um die Erziehung ihrer Töchter, als um eine unangenehme Persönlichkeitsschwäche der Autorin. Wenn Chua zeigt, wie die beiden von frühester Kindheit an täglich stundenlang nur Klavier bzw. Violine üben, sie ihnen keinerlei Vergnügen gönnt, die Mädchen als „Abfall“ beschimpft und dabei berichtet, wie sie selbst an ihre Grenzen geht – ich, ich, ich! –, wird klar wer glaubt, sich beweisen zu müssen.

Stilistisch mangelhaft wird angesichts Chuas Biographie – sie lehrt Jus in Yale – ebenfalls bald deutlich, dass hier ein geplanter Skandal in Form missglückter Satire vorliegt. Irreführender (Unter-)Titel, stellenweise unterhaltsam, für Europäer kaum provozierend.

(5 Punkte)

Amy Chua zum Schnelleinstieg: „Why Chinese Mothers are Superior“ im Wall Street Journal.

Der Schluss, den Karen Duve aus ihrem einjährigen „Selbstversuch“ zieht, ist alles andere als befriedigend – aber nur menschlich, allzumenschlich. Doch beginnen wir beim Anfang: Die einigermaßen erfolgreiche deutsche Romanautorin (Regenroman, Taxi) besinnt sich ihrer wenig nachhaltigen und ungesunden Lebensweise (Tiere, Schokolade und Coca-Cola en masse), nimmt sich ein Beispiel an den „völlig verstrahlten Hippies“, denen sie hin und wieder begegnet, und entwickelt den Plan, sich jeweils zwei Monate lang einer neuen Ernährungslehre praktisch zu widmen – mit allen lebensverbessernden und –erschwerenden Umständen, die damit in Verbindung stehen.

So fängt sie im Jänner 2010 damit an, nur noch Bio-Ware zu konsumieren, setzt ab März auf vegetarisches und ab Mai auf veganes „Futter“. Wer meint, das ließe sich nicht steigern, erfährt bald von verhältnismäßig gedankenlosen und echten Hardcore-Veganern, von deren Alltag es kein all zu großer Schritt mehr zum Frutarismus ist. Wer sich dafür begeistert, nimmt nur mehr Nahrung zu sich, für die keinerlei Lebewesen zu Schaden kommen musste – was auch die Rücksicht auf Pflanzen aller Art meint. Sprich: Gegessen wird, was Bäume, Sträucher, Kräuter und Gräser hergeben, ohne ihr Leben auszuhauchen. Äpfel, Birnen, Nüsse und Beeren sind demnach okay. Kartoffeln und Karotten nicht, weil mit dem Ausgraben der Wurzel das Ende der Pflanze ansteht. Getreide (und damit auch Brot!) ist ein Streitfall: Ist die Ähre, die so trocken ist, dass sich ihre Körner heraus klopfen lassen, nicht ohnehin schon tot?

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Für einen Literaten liegt es nahe, in einem Feldkirch-Buch erst einmal dessen literarische Bedeutung mitzuteilen. So kommt auch Alfred Komarek, für seine Romane über Kommissar Simon Polt bekannt, nicht darum herum: Thomas Manns Verarbeitung des Internats Stella Matutina im Zauberberg findet genauso Erwähnung wie die für Ulysses und Finnegans Wake entscheidenden Aufenthalte James Joyce’. Auch Arthur Conan Doyle, Stefan Zweig und Carl Zuckmayer bleiben mit ihren Erfahrungen nicht unbeachtet.

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Ein gutes Vierteljahrhundert Österreich: Die Nachwehen der Waldheim-Affäre, das Erstarken der extremen Rechtspartei(en), Studentenproteste und Kirchenkrisen – aus der Sicht eines deutschen Zuwanderers verlieren die Themen an Bedeutung. Über all dem schwebt der ewige Triumph der Alpenrepublik, die Deutschen 1978 im argentinischen Córdoba durch ein 3:2 aus der Fußball-WM gekickt zu haben: Ein Jahrhundertereignis, das die nördlichen Nachbarn nie so schmerzte, wie man es hierzulande zu wissen meint. Dirk Stermann, seit den frühen 90er-Jahren als alemannische Hälfte des Komikerduos Stermann & Grissemann aus Funk und Fernsehen bekannt, hat seinen Migrationshintergrund in Buchform gebracht. 6 Österreicher unter den ersten 5. Roman einer Entpiefkenisierung nennt sich das Werk, das in mancherlei Hinsicht mit den Erwartungen der Fangemeinde bricht.

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