Archiv für Dezember 2010

Ungleich viel schwieriger als bei den Platten ist es, eine Bestenliste der Bücher 2010 zu erstellen. Zum einen, weil Lesen eine Beschäftigung ist, die man nicht nebenher betreibt – die neue Dead-Weather-Scheibe dagegen kann man durchaus beim Geschirrspülen kennen und schätzen lernen. Zum anderen natürlich, weil es immens teuer ist, in puncto Literatur auf dem neuesten Stand zu bleiben. Selbst, wenn man das eine oder andere Rezensionsexemplar abstaubt. Außerdem steht die „schöne Literatur“ ja immer in Konkurrenz zu den Leseverpflichtungen in Form von Tages- und Wochenzeitungen bzw. Magazinen. (Von den ganzen Online-Medien, die man zumindest streifen sollte, und der Vielzahl an Links, die einem im Lauf der Arbeitswoche um die Ohren fliegen, mal ganz zu schweigen.) Im abgelaufenen Jahr kam der Umstand der beruflichen Neuorientierung dazu, der noch einmal weniger Zeit zum entspannten Schmökern gelassen hat. Sei’s drum: Hier sind meine Leseempfehlungen 2010 – nicht primär das, was in diesem Jahr erschienen ist, sondern was mein Lesejahr prägte.

Belletristik:

1. Henri Charrière – Papillon (1970): „Das Buch begleitet mich insofern schon ein Leben lang, als ich es seit frühesten Kindertagen – zumindest, seit ich lesen kann – jede Ferien aufs Neue bei Oma im Bücherregal sah. Unlängst war ich wieder auf Besuch und hab’s mir mitgenommen. Und, was soll ich sagen: packend!“ – Dieser Feststellung vom 20. November ist wenig hinzu zu fügen. Mittlerweile habe ich mich durch die mehr als 600 Seiten gelesen und darf sagen, schon sehr lange nicht mehr so sehr bei einer Erzählung mitgefiebert zu haben. Die Fortsetzung des autobiografischen Abenteuerromans, Banco, lag unter dem Weihnachtsbaum und wird mir den Jahresbeginn 2011 versüßen.

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Weniger objektiv als in den Jahresbestenlisten geht es wohl nur noch bei der Besetzung der ÖBB-Chefposten zu. Demzufolge bitte ich von all zu großer Enttäuschungsbekundung Abstand zu halten, interessiere mich aber ernsthaft für die Empfehlungen meiner lieben Leserinnen und Leser: Was habe ich 2010 verpasst (oder nur nicht erwähnt)? Was legt ihr mir ans Herz? Ich bin gespannt!

Nun aber zu meinen Top-10-Platten:

1. Selig – Von Ewigkeit zu Ewigkeit: Es „darf festgestellt werden, dass die Band mit diesem Album so gut wie alles, was Selig ausmacht, in 16 Tracks (…) unterbringt: Ohrwürmer, sperrige Rocker, Jam-Sessions, funky Riffs, Balladeskes. Und dabei sogar noch Neues einfließen lässt – am deutlichsten etwa, wenn Wirklich gute Zeit mit einer Mundharmonika eingeleitet wird“ – das habe ich im Rahmen meiner Hommage an diese wunderbare Band schon vor einigen Wochen geschrieben. „Wer sich auf diese Platte einlässt, erlebt Plewka und Co. in ungewohnter Leichtigkeit, und zugleich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. Highlights: Dramaqueen, Hey Ho, Doppelgänger, Du fährst zu schnell (das neue Bruderlos?) und Ausgang. (…) Chapeau!“ Dem ist nichts hinzu zu fügen. Platte des Jahres – Konzert des Jahres (25.11. im WUK).

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Dieses Blog wurde am 7. Jänner 2010 der Öffentlichkeit preisgegeben (der erste Geburtstag naht!). Bald darauf, am 23. Jänner, lernte ich Twitter zu schätzen. Im Frühsommer, als es um meine berufliche Neuausrichtung ging, setzte ich auf Facebook und Xing. Irgendwann kam ich auch auf Soupio. Zuletzt versuchte ich es dann, aus reiner Neugier, mit Foursquare – und nun ist Diaspora dran.

Was bringt’s?

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Mein Weihnachtsgruß kommt aus fremdem Munde: Mathias Pascottini, Christina Tieber und Heinz Wittenbrink haben das Projekt „Herzlicht“ ins Leben gerufen. Zugunsten der Steirischen Kinderkrebshilfe werden sie in den nächsten Wochen zu „heiligen 3 Königen“. Singend unterstützen sie krebskranke Kinder und besuchen im Rahmen des Projekts auch die Kinderkrebsstation am LKH Graz.

Bis 4. Jänner hoffen die drei Waisen aus dem Steirerland auf eure finanzielle Unterstützung. Jeder, der bis dahin mindestens 20 Euro auf das Spendenkonto der Steirischen Kinderkrebshilfe überwiesen hat, erhält ein Video der „heiligen 3 Könige“ mit persönlicher Widmung. Gesang inklusive.

Einen Vorgeschmack auf diese künstlerische Leistung bietet (neben der oben verlinkten Website) Youtube: KLICK!

Eure Spende geht bitte hier hin:

Steirische Kinderkrebshilfe
Raiffeisenlandesbank Steiermark,
Konto-Nr. 4.426.300,
BLZ 38.000

Verwendungszweck: „Herzlicht“
(WICHTIG: Nur Spender mit diesem Verwendungszweck erhalten ein persönliches Video!)

Wer über die Entwicklung des Projekts informiert bleiben möchte, hängt sich am besten via Twitter an die Fersen der Styria-Kings. Die gibt’s natürlich auch einzeln als @pascottini, @bittersuesss und @heinz.

Alsdann: Frohes Fest!

Freitagabend, Weihnachtsgetümmel, Tausende auf dem Weg. Fluchtgedanken: Musik im Ohr: Cut Like A Buffalo. Als dich plötzlich dieser Kerl anstarrt, steigt deine Laune nicht unbedingt. Du willst dich schon wegdrehen, als du, spät aber doch, unter der dicken Pudelmütze, hinter dem hochgeschlagenen Mantelkragen, deinen guten Freund erkennst. Der eigentlich tausende Kilometer entfernt, in London sein sollte. Und sich nun hier in Wien antreffen lässt, wo er für lausige 24 Stunden zu Gast ist. Du erkennst nun auch, bei wem – er hat seine Schwester im Schlepptau, die Gute.

Freude!

Lange ist es her, doch sofort ist alles beim Alten. Man tauscht die aktuelle Lebenssituation aus (der eine ist verheiratet, der andere Vater – das ist nichts Neues, aber birgt hohes Geschichtenpotenzial). Man erläutert die politischen Verhältnisse da wie dort. Und landet schließlich genau da, wo man irgendwann, vor Ewigkeiten, am engsten miteinander war: in der Schule. Was dieser, was jene mache? Ob diese, ob jener gut gealtert ist? Die Band damals – wir waren so gut! (Wir waren SO gut!!!)

Der Abschied, viel zu bald. Eine Stunde nur und dann: Auf Wiedersehen, alter Freund!

(Auf Wiedersehen!)