Archiv für November 2010

Das schabernackhaft ausgezwitscherte Gerücht, ich würde bald einen lukrativen ORF-Posten besetzen, machte – obgleich sofort beeinsprucht! – seine Runden und brachte heute sogar eine entsprechende Anfrage aus familiärer Richtung. Deshalb gleich vorweg, nochmals, ein für alle Mal: Ich werde den Küniglberg beruflich weiterhin meiden. Der (mad) geht nicht zum ORF. Versprochen!

Der (mad), der in den vergangenen Monaten die Vor- und Nachteile echter Selbständigkeit ausreichend kennenlernte, als er mit Vergnügen durch die heimische Printlandschaft wilderte (u.a. Falter/Heureka, Atello, Die Presse), wird aber dennoch wieder sesshaft. Gut Ding braucht Weile, könnte man die Geschehnisse seit Ende Juli zusammen fassen, und dieses gute Ding soll nicht länger verschwiegen werden: Hauptberuflich werde ich ab Jänner 2011 für Die Furche tätig sein, wobei ich mich schwerpunktmäßig den Bereichen Innenpolitik und Bildung widmen darf. Mit Aussicht auf den einen oder anderen thematischen Seitensprung – das wird sich entwickeln. Einen ersten aktuellen Eindruck meiner (noch freien) Tätigkeit für die traditionsreiche Wochenzeitung, von der mir in Kindertagen schon Großmutter Legendäres zu berichten wusste, gibt es hier und da zu lesen. Und am kommenden Donnerstag, soviel sei verraten, gibt’s neuen Stoff von mir!

Allen, die mich in der jüngeren Vergangenheit unterstützt haben, sei’s mental oder durch den einen oder anderen Auftrag, möchte ich ein herzliches „Dankeschön!“ entgegen rufen. Und tue das hiermit: Mercie beaucoup!

Ich mag die Schweizer – nicht zuletzt wurde ich in meinen frühen Wiener Tagen immer wieder selbst für einen gehalten. (Ja, das kann man sich zehn Jahre später gar nicht mehr vorstellen, ich weiß.)

Hier im Osten meinte man früher ohnehin, dass so gut wie alle Vorarlberger zum Hackeln in die Schweiz gingen. Es waren wohl auch einmal eine ganze Menge – aber so wie noch vor dreißig Jahren rentiert sich das heute nicht mehr. Mittlerweile werden die Österreicher dort zum Teil ja schon weggeschimpft: „Ihr nehmt uns unsere Arbeitsplätze weg“, das sei kein so seltener Vorwurf, wie ich mir habe sagen lassen. Von daher haben diese Vorarlberger Grenzgänger wohl einen Eindruck davon, was hierzulande Türken, Serben, Kroaten etc. durchmachen müssen. Unangenehm, aber nicht uninteressant.

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Sonnweh

Obgleich es Ende November und, wie ich mit ehrlicher Überraschung feststellte, bereits der erste Adventsonntag ist, empfinde ich den plötzlichen Wintereinbruch als unwillkommene Zumutung. Oh weh, oh weh. Weh mir!

Da steh ich nun, ich armer Tor, und friere mehr als je zuvor.

Und quäle mich selbst mit dem Schafmann.

Mit seinem siebten Album startet Damon Gough eine Trilogie mit dem Titel It’s What I’m Thinking. Teil eins, Photographing Snowflakes, zeigt den Badly Drawn Boy größtenteils von seiner ruhigsten Seite. Bisweilen darf man sich wieder an Beck erinnert fühlen, mit dem der englische Musiker schon zu Zeiten seines Debüts, vor mittlerweile zehn Jahren, verglichen wurde. Konkret an dessen Alben Sea Change (etwa bei BDB-Songs wie The Order Of Things, Too Many Miracles oder You Lied) und Modern Guilt (bei This Beautiful Idea).

Dabei reichen die Tracks nicht an frühere Großtaten Goughs heran – etwa den Soundtrack zu About A Boy oder Have You Fed The Fish? –, die am ehesten noch von den etwas flotteren Stücken I Saw You Walk Away und This Electric erreicht werden. Für die Bonus-CD der Deluxe-Version, die alle zehn Songs (teils mehrfach) in überarbeiteten Versionen versammelt, die zusammen mit andere Künstlern zustande kamen, gibt es einen Extrapunkt. Solide, aber in Teil zwei und drei ausbaufähig.

(8 Punkte)

Am Ende gewinnt die Nacht.

Daniel Glattauer hab ich schon 1999 gelesen, als ich den eigentlich für Frau Mama zum großen Fest gekauften Weihnachtshund verschlang (Ist ja in Wahrheit auch ein Adventbuch, und damit eigentlich am 24.12. schon richtig unpassend…). 3 1/2 Jahre später arbeiteten wir für dieselbe Firma, wenngleich ich über die Zeit in respektvollem Abstand zu ihm blieb. (Es lag wirklich an mir.) Darum, sein bisher bestes Werk, empfehle ich aber seit Jahren.

Und jetzt also Gut gegen Nordwind (das „Frauenbuch“), das seit Erscheinen in meinem Haushalt vorhanden war, nun aber ausleihbedingt auch schon wieder eine gute Weile abging. SchwiePa sei Dank, bekam ich es heute Abend zufällig in die Hände (für euch eigentlich gestern), und bin dann auch schon fast wieder durch. Blöder Schlaf, den man halt irgendwie doch braucht, und den ich momentan suche.

Aber das Buch: dufte. Unterhaltsam, witzig, voll sprühendem Witz und prickelnder Erotik. Und da gibt’s auch noch eine literarische Weiterführung, die daheim im Regal wartet… Jedenfalls: Einige Literaturbetriebler könnten sich davon was abschneiden. Ein gerechter Erfolg.

Und am Ende gewinnt das Leben: Morgen (heute) früh geht’s weiter.