Archiv für Oktober 2010

Zwei Ausstellungen widmen sich derzeit unserer Bundesverfassung

Mittelmäßig: Anders kann man Hans Kelsens Leistungen kaum nennen, die im Maturaprotokoll aus dem Jahr 1900 erhalten sind. Am Akademischen Gymnasium wurde ihm zwar ein „lobenswert“ für mathematische Leistungen attestiert, aber noch im ersten Semester des Abschlussjahrs fällt das „Nicht genügend“ in Kalligraphie auf, das der junge Mann schließlich in ein „Genügend“ verwandelt. Ansonsten: durchwegs „befriedigend“. Dass auf dieser Basis eine alles andere als mittelmäßige Laufbahn möglich ist, ahnte damals niemand – am wenigsten wohl der Schulabgänger, der vorerst seinen Militärdienst im Auge hatte.

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Ja, es war ein schwacher Ruf, auch wenn er laut durch das Festzelt schallte: „Wer Achtjährige wie Terroristen behandelt, der tickt nicht richtig“, stellte der Wiener Bürgermeister am Freitagabend in mittlerweile gewohnt rüdem Ton fest. Ein Problem dabei: Dieser Ton, der im Fall der jüngsten Unmenschlichkeit auf Basis österreichischer Gesetzgebung nicht unpassend war, unterschied sich kaum von der Frage Michael Häupls wenige Wochen zuvor, ob die amtierende Wissenschaftsministerin Beatrix Karl „wo ang’rennt“ sei. Damals ging es um die von ihr angesprochene Möglichkeit, künftig Universitäten bzw. Universitätsinstitute/-fakultäten zu schließen – eine Option, die mittlerweile auch Unirektoren erwägen.

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Für einen Literaten liegt es nahe, in einem Feldkirch-Buch erst einmal dessen literarische Bedeutung mitzuteilen. So kommt auch Alfred Komarek, für seine Romane über Kommissar Simon Polt bekannt, nicht darum herum: Thomas Manns Verarbeitung des Internats Stella Matutina im Zauberberg findet genauso Erwähnung wie die für Ulysses und Finnegans Wake entscheidenden Aufenthalte James Joyce’. Auch Arthur Conan Doyle, Stefan Zweig und Carl Zuckmayer bleiben mit ihren Erfahrungen nicht unbeachtet.

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Ein gutes Vierteljahrhundert Österreich: Die Nachwehen der Waldheim-Affäre, das Erstarken der extremen Rechtspartei(en), Studentenproteste und Kirchenkrisen – aus der Sicht eines deutschen Zuwanderers verlieren die Themen an Bedeutung. Über all dem schwebt der ewige Triumph der Alpenrepublik, die Deutschen 1978 im argentinischen Córdoba durch ein 3:2 aus der Fußball-WM gekickt zu haben: Ein Jahrhundertereignis, das die nördlichen Nachbarn nie so schmerzte, wie man es hierzulande zu wissen meint. Dirk Stermann, seit den frühen 90er-Jahren als alemannische Hälfte des Komikerduos Stermann & Grissemann aus Funk und Fernsehen bekannt, hat seinen Migrationshintergrund in Buchform gebracht. 6 Österreicher unter den ersten 5. Roman einer Entpiefkenisierung nennt sich das Werk, das in mancherlei Hinsicht mit den Erwartungen der Fangemeinde bricht.

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