Tag 4: Marilyn Manson

Eine Platte, auf die Ivy immer wieder zurück kommt: Marilyn Manson – Mechanical Animals (1998)

We were neurophobic and perfect
The day that we lost our souls
Maybe we weren’t so human
If we cry we will rust
And I was a hand grenade
That never stopped exploding
You were automatic and
As hollow as the „o“ in god

Mechanical Animals von Marilyn Manson ist ein Album, das ich seit fast einem Jahrzehnt immer wieder höre. Besonders erinnert mich dieses Album an meinen damaligen Freund, der ein Marilyn-Manson-Fan war. Nicht, dass ich so gute Erinnerungen an ihn hätte, aber jede Erfahrung im Leben bringt einen bekanntlich weiter. Ich hab auch einige Male live erlebt, was Manson so auf der Bühne macht. Schräger Typ. Mittlerweile finde ich ihn nicht mehr so super wie früher; liegt vielleicht daran, dass es musikalisch mit ihm nach Mechanical Animals – meiner Meinung nach – bergab ging.

Ich mag das Album deshalb so gern, weil dort so viel unterschiedliche Musik drauf ist. Rockig, poppig, ein bisschen dies, ein bisschen das. Was ich an Marilyn Manson aber am meisten schätze und geschätzt habe, sind seine genialen Texte, die sehr sozialkritisch und politisch sind. Ich mag auch seine Stimme, die sehr variabel ist und die verschiedenen Musikelemente die er einbaut. Erst später, viele Jahre später, als ich begann, Depeche Mode zu hören, wurde mir bewusst, wieviel Marilyn Manson sich von Depeche Mode abgeschaut hat. Es ist fast kaum zu glauben, weil es selten Leute gibt, die beide Bands hören. Es erinnert mich an die Unbeschwertheit meiner Jugend, den politischen Statements, die man als Jugendlicher versucht mit seiner Musik zu setzen. Man versucht anders zu sein. Musik als Identifikationsmittel. Als Abgrenzung zu den anderen. Zu den Ravern, den Punks, den Strebern. Was weiß ich.

Mein absoluter Lieblings-Song auf der Platte ist Coma White. Das Video allein schon ist einfach toll. Ein irgendwie melancholisches Stück, das nach Antichrist Superstar seine weiche Seite zeigt. Angeblich war Marilyn Manson zur Zeit der Entstehung des Albums verliebt und benannte es deshalb so, weil ihm viele Leute so vorkamen, als hätten sie keine Gefühle und wären wirklich mechanische Tiere, die nur funktionieren. Das kennt irgendwie doch jeder von sich selber: Wenn man besonders sensibel ist, kommen einem die anderen immer extrem unsensibel vor. Ich stehe jedenfalls schon seit einer Ewigkeit auf dieses Album. Ich liebe es einfach. Kann mir meine persönliche Geschmacksentwicklung im musikalischen Sinn kaum ohne dieses Album vorstellen.

Über die Autorin: Ivy bloggt, schreibt auf Twitter über den täglichen Wahnsinn und studiert, arbeitet und lebt in Wien. Life is a bitch!

Marilyn Manson: Website Myspace Amazon

Dieser Text entstand im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „31 Tage – 31 Platten“. Mehr dazu gibt es an dieser Stelle.

3 thoughts on “Tag 4: Marilyn Manson

  1. Tolle Auswahl, gerade auf „Mechanical Animals“ mit seinem musikalisch, künstlerisch und inhaltlich hohem Abwechslungsreichtum kann man wirklich immer wieder zurückkommen. FA

  2. Pingback: Tweets that mention (mad) | Tag 4: Marilyn Manson -- Topsy.com

  3. keine frage, „Mechanical Animals“ ist zusammen mit „Antichrist Superstar“ Mansons beste arbeit. das debüt war sehr ordentlich, aber nicht abwechslungsreich genug, „holy wood“ halte ich auch zehn jahre nach erscheinen noch für eine enttäuschung – dabei war das erst der wirkliche kommerzielle durchbruch. „golden age“ ist zwar besser als sein ruf, aber erst mit „eat me, drink me“ hab ich mich dann wieder ernsthaft für Marilyn Manson interessiert. das album kam streckenweise wirklich nahe an MA heran, allerdings versaut der bonus-track, ein wirklich furchtbarer techno-remix von „heart-shaped glasses“, die platte etwas. zuletzt dann „the high end of low“: das war ok.

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