Sex, Drugs und Techno spielen auch in I Am Airen Man des unter diesem Pseudonym bekannten Ex-Bloggers eine große Rolle, der in der aktuellsten Verwertung seines Stoffs Mexiko unsicher macht. Kommt das übertrieben als „Roman“ bezeichnete, dünne Werk zunächst, mit dem Rückblick an Airens frühe Studentenzeit, nur schwer in Gang, so entwickelt sich der in drei Abschnitte und viele Kapitel gegliederte Text mit der Ankunft in Übersee in eine doch interessante Richtung: Der Protagonist ist nicht mehr (nur) dauerhaft breit, und die Befriedigung seines sexuellen Appetits wird auch nicht mehr wie in Strobo vielzeilig und detailliert dargelegt – wenngleich auch Liebhaber dieses Airen auf ihre Kosten kommen. Vielmehr öffnet sich die Fassade, die in dem (dank Helene Hegemann) nicht ganz erfolglosen Erstling konstruiert wurde: Airen lernt zu lieben, wird erwachsen und kehrt, in jeder Hinsicht, zurück nach Hause. Ein bürgerliches Leben traut man der Kunstfigur jedoch noch nicht zu. Da ginge noch was.

(7 Punkte)