Neben dem Fall Hegemann, zu dem es hier bald mehr zu lesen gibt, kam mir bei der Lektüre von Airens Buch immer wieder Trainspotting in den Sinn. Danny Boyles Kultfilm (nach dem Roman von Irvine Welsh) erzählte schon 1996 die Geschichte junger Menschen zwischen Lebenslust und Todestrieb. Harte Drogen gaben den Tagesablauf vor, und trotzdem es sich um einen Haufen armer, selbstsüchtiger Versager handelte, fühlte man sich mit ihnen verbunden. Der sensationelle Soundtrack schließlich machte aus einem sehr guten einen tollen Film.

Ähnlich empfand ich Strobo: Obwohl der Autor auf 160 Seiten praktisch nur den Missbrauch seines Körpers und seiner Seele durch Drogen und Sex preisgibt, hält die Mischung aus Ekel und Faszination den Leser wohlwollend am Ball. Kurzweilig werden Entzugsversuche geschildert, werden Leidenschaften für Literatur und Musik dargelegt, wird eine Szene, ach: der Geist einer Generation erlebbar. Und den eindringlich beschriebenen (Techno-)Sound kann man beinahe heraushören.

(6 Punkte)