Archiv für Februar 2010

Die Grünen sagen endlich ab, um sich Geld und Wahlkampfmunition zu sparen, die FPÖ stellt endlich klar, dass sie Rosenkranz for President will. Und was sagt Stefan Petzner, als er in einem Nebensatz in der ORF-Sendung Im Zentrum nach den Ambitionen seines Parteichefs Josef Bucher gefragt wird? „Die Chancen stehen 50 zu 50.“ – Super, mit der Wahrscheinlichkeit trete ich auch an: Entweder ich tu’s, oder ich tu’s nicht!

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist jedoch, dass FP-Rosenkranz seitens der Partei als „klares Angebot an ÖVP-Wähler“ vorgestellt wurde. Vor etwas mehr als zehn Jahren hätte man darüber gelacht. Heute wünscht man sich, dass die Volkspartei doch noch einen Wunderwuzzi aus dem Hut zaubert und kandidieren lässt – um alle Zweifel daran auszuräumen, dass man sich mit dem Angebot aus Niederösterreich aber sowas von nicht anfreunden kann…

Ein gefallener ÖVP-Engel wie Franz Fischler oder Erhard Busek hätte gute Chancen und könnte sogar von den Grünen, wenn sie schon Zweifel an Heifis Qualitäten hegen, guten Gewissens unterstützt werden. Aber die ÖVP 2010 ist wahrscheinlich tatsächlich eher auf Linie mit Rosenkranz als mit dem ehemaligen EU-Kommissar oder dem früheren Wissenschaftsminister und Vizekanzler. Wen die zwei wohl wählen?

Bundespräsident Heinz Fischer hat „seine Sache sehr ordentlich gemacht“, bestätigt ein weiterer Präsident, der sich um die Verlängerung seiner Amtszeit wenig sorgen muss – nämlich jener der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl –, im Standard. Zwar sei er mit der Meinung, dass die ÖVP auf eine Kandidatur verzichten solle, in der Partei lange Zeit allein gewesen; dann aber wurde daraus doch „die Mehrheitsmeinung“. Ausschließlich „wegen eines Achtungserfolgs anzutreten ist – auch wegen der Kosten – nicht sehr ratsam, das bringt nichts“, weiß Leitl. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll nennt das, was am Donnerstagnachmittag von seinem Neffen, Vizekanzler und Finanzminister Josef Pröll verkündet werden soll, zwar „einen strategischen Fehler“. Aber wie sollte gerade er, der eigentlich selbst angetreten wollte, nur leider viel zu früh und – auch ein „strategischer Fehler“ – auf einem Ticket der Kronenzeitung bereits im Juni 2009 einen entsprechenden Vorstoß wagte (oder meinetwegen in den Ring gestoßen wurde), auch anders agieren?

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Heute gelernt: Plombe ist nicht gleich Plombe. Das glaubt nur der Laie. Netter Zahnarzt, so gut wie schmerzfreie Behandlung, aber bei der Rechnungslegung hätt’ es mich doch fast hingesetzt. Tschinderassabumm: Fast 200 Euro für zwei Inlays? Waren’s nicht beim letzten Mal nur 38 für eins?? Sollte ich nicht dann, nach Adam Riese, jetzt 76 hinblättern??? – Nö, weil letzthin war’s nur eine Versiegelung, wie ich mir erklären ließ. Tat zwar komischerweise etwas mehr weh als die Bohrerei heute, aber vielleicht zahlt man ja in Wahrheit tatsächlich einen Ablass für’s gute Feeling! Ist ja auch eine Sünde, sich beim Dentisten wohl zu fühlen, wie ich von vielen Bekannten mehrfach angeherrscht worden bin.

Wie auch immer: Dem Zeit-Abo, das ich glaubte, mir nicht leisten zu können, trauere ich erst seit diesem Erlebnis richtig hinterher. Dabei wäre bei den 200 Euro sogar noch das Time-Magazine quasi nebenbei mit drin gewesen. Na ja. Erfreu ich mich weiterhin erst Mal an Spiegel, Falter und etwas verbleibender Freizeit. Und an einem strahlend weißen, amalgamfreien Lächeln.

Im Alter von etwa zehn Jahren war ich ein ziemlicher Hundenarr. Mein sehnlichster Wunsch war damals, einen Border-Collie zu besitzen. Den hätte ich Lassie genannt, oder auch Bessie, nach dem Titelhelden des bekannten Westerncomics. Auf die Rasse bin ich durch ein Buch gekommen, das ich geradezu verschlungen habe, und das mehrfach: Nop, der Sieger von Donald McCaig. Für meine Eltern war die Sache tabu, und als ich irgendwann von daheim abgenabelt war, wollte ich meine vier Wände doch wieder deutlich lieber mit einem Menschen teilen, der immerhin nicht alles vollhaaren würde. Uninteressant? Wohl, aber mir geht es um diese Feststellung vorab: Ich kann was mit Hunden anfangen; ich hasse sie nicht.

Hier in Wien ist der Hund an sich vielen Leuten mehr wert als jeder Mitmensch – insbesondere falls es sich dabei um ein Kind handeln sollte. Zwar hat sich die Gackerl-Sackerl-Kampagne recht positiv auf das Erscheinungsbild der Straßen ausgewirkt – der langfristige Erfolg konnte zwar in den letzten Monaten durchaus in Frage gestellt werden –, aber seinen liebsten Vierbeiner auf einen Spielplatz kacken oder an Hauswände, Autos und Fahrräder strullen zu lassen ist für manchen Zeitgenossen nach wie vor ein Kavaliersdelikt. Wenigstens hält sich der persönliche Schaden in Grenzen, wenn man als Hausbesitzer, Radler oder Fußgänger damit konfrontiert wird: Ekel und Ärger bringen einen kaum um.

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Fast zehn Jahre nach der so genannten (von Josef Kleindienst losgetretenen) Spitzelaffäre – wer erinnert sich? – scheint nun endlich ein FPÖ-Funktionär über eine illegale Ekis-Abfrage zu stolpern. Man könnte fast glauben, dass sich in diesem Land etwas geändert hat, seit Jörg Haider vom damaligen Justizminister als „über jeden Verdacht erhaben“ bezeichnet worden ist.

Damals wurden freilich unerlaubte Abfragen über Dritte getätigt, um diese – in der Regel als (politische) Gegner betrachtete – Personen nachhaltig zu schädigen; dafür mussten keine Köpfe rollen. Diesmal sei nur der Fall, dass die solcherart erhaltenen Informationen vom geständigen Parteimitglied zu dessen persönlichen Vorteil verwendet worden sind; der Kerl steht nun vor Gericht. Wer tatsächlich den Unterschied in der Sache erkennt, möge mir bitte aushelfen: Ist diese Abfrage noch illegaler als die vorhergehenden? Gibt es überhaupt einen Komparativ von „illegal“?

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