„The Haunted World Of El Superbeasto“ von Rob Zombie

Die Nullerjahre waren auch die Jahre der Comic-Verfilmungen. Spiderman, Batman, X-Men, Watchmen und viele mehr durften im Kino auf den Putz hauen – Fleisch und Blut gewordene (Jugend-)Idole des begeisterten Publikums. El Superbeasto genießt hierzulande nicht die größte Bekanntheit, und daran dürfte auch sein erstes Leinwandabenteuer nichts ändern, das nun (leider) doch nur auf DVD erschienen ist. Rob Zombie, Ex-Sänger der so überaus cooooolen 90er-Jahre-Industrial-Rocker White Zombie und Regisseur von mittlerweile vier Kino-Schockern, hat sich an die filmische Adaption seiner eigenen Comic-Reihe gemacht. Fleisch und Blut gibt es auch hier ausreichend zu sehen, der Meister sah aber doch von einer Realverfilmung ab. Wer sich auf einen dämlichen, sabbernden, dauergeilen Superwrestler und dessen scharfe Schwester einlassen kann, die neben Zombie-Nazis auch einen früheren Schulkameraden jagen, der in Begriff ist, die Hölle auf Erden zu verwirklichen, wird sehr viel Spaß an diesem Film haben.

(6 Punkte)

„Sigh No More“ von Mumford & Sons

Über das Banjo an sich kann man streiten. Bei Mumford & Sons macht es jedoch so viel Sinn wie lange nicht mehr in der populären Musik abseits der Country-Hitparaden. Wer den Song kennt, und noch mehr wer das Video zum ersten Hit Little Lion Man gesehen hat, wird dem zustimmen können. 2009, ach was: Seit mindestens drei Jahren war das der erste Song einer wirklich neuen Band, der mich innerhalb von Sekunden sicher machte: Die sind ja richtig gut. Das kann kein One-Hit-Wonder sein – die haben’s tatsächlich drauf! Gänsehaut und Begeisterungsstürme; auf dem Sofa herum hüpfen wie ein kleines Kind, und gleich darauf sich mit seinem liebsten Menschen zusammen kuscheln: Das ist das Mumford & Sons-Feeling. Das Album wird diesem Vertrauensvorschuss mit jedem der zwölf Tracks, vor allem aber dem wunderbaren Awake My Soul, gerecht. Marcus Mumfords Stimme, die Instrumentierung, die Arrangements und das Songwriting: Eine Platte zum verlieben, die sich zurecht in vielen Jahrespolls weit vorne findet.

(8 Punkte)

„Das letzte Protokoll“ von Chuck Palahniuk

Da hat der gute Chuck einen Rohrkrepierer abgeliefert: Das Unheimliche, das sich angeblich auf der Insel Waytansea abspielt, regt mehr zum Gähnen an, denn zum Fürchten. Dabei beginnt es nicht weniger skurril als andere Palahniuk-Bücher: Einsamkeit, Selbstmord, Fäkalien und die Alltagsprobleme eines vermeintlichen Durchschnittsmenschen thematisiert der Autor ganz nebenbei, während er – wie man später erfährt in Form des Tagebuchs der zentralen Protagonistin –, die gescheiterte Beziehung eines nicht ganz durchschnittlichen Paars nachzeichnet. Sie, Misty, träumte davon, eine große Malerin zu werden; heute putzt sie Hotelzimmer. Er, Peter, befreite sie während des Studiums an der Kunstschule aus einer lebensfeindlichen Umwelt und machte sie zu seiner Frau; nun liegt er nach einem missglückten Suizid im Koma. Was ihr naturgemäß keine Ruhe lassen kann und sie auf die Spur eines grausamen Komplotts führt. Diese Fährte sollte man Misty jedoch alleine verfolgen lassen: Das Buch ist großer Mist.

(2 Punkte)