Archiv für Januar 2010

Die Freiheitlichen, die ich meine: Susanne Winter, aufgrund diverser rassistisch durchsetzter Meinungsäußerungen zu peinlicher Bekanntheit gelangt, rotiert wieder. Diesmal geht es gegen das Terrorismuspräventionsgesetz 2010 (Anm: Nein, dabei handelt es sich nicht um erste Schritte zu einem Verbot der FPÖ!), das momentan in Arbeit ist. Genau gesagt, geht es um ein „Bundesgesetz, mit dem das Strafgesetzbuch zur Verhinderung von Terrorismus geändert wird“. Das Strafgesetzbuch soll damit unter anderem durch die folgenden Zeilen ergänzt werden – und zwar nicht in  § 281, wie der blaue Parlamentsklub schreibt, sondern in  § 283:

„(1) Wer öffentlich zu Gewalt oder Hass oder auf eine Weise, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden, zu einer sonstigen feindseligen Handlung gegen eine nach den Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder aufreizt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer öffentlich eine der in Abs. 1 bezeichneten Gruppen in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft oder verächtlich zu machen sucht.”

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Westbahnhof again: Zugegeben, ich hatte schlechte Laune und hätte es ansonsten etwas freundlicher formuliert, aber der jungen Frau, die mich heute Vormittag am Bahnsteig der U3 mit ihrem Glimmstängel einnebelte, zischte ich mal eben recht scharf zu, dass „hier übrigens Rauchverbot herrscht“. Ihr ehrlich überrascht wirkendes „Ach so?“ nahm ich tatsächlich für einen kurzen Moment ernst, nur um gleich festzustellen, dass ich wieder einmal der personifizierten Wurschtigkeit gegenüberstand („Hallo – wir sollten uns echt seltener sehen!“). Ich also der Trottel, der weiterhin im Blauen Dunst stand und die restliche Partie Wurschtigkeit, die ringsum, mehr oder weniger direkt neben der Gör, und mehr oder weniger ungeduldig auf den Zug in Richtung Arbeitsplatz wartend, hilfesuchend anblickte. Aber: nichts.

Mehr noch als sonst für das Thema sensibilisiert, suchte ich während der folgenden U-Bahn-Haltestellen wachen Blickes die Bahnsteige ab, und siehe da: Miss Mir-doch-egal blieb nicht allein. Wieder einmal stellte ich fest, dass das Rauchen am Bahnsteig zu den normalsten Dingen in dieser Stadt zählt, und die Wiener Linien (WL) ihre 50-Euro-Strafe-Warnzettel scheinbar nur affichieren, damit die vielen Schaukästen nicht umsonst montiert worden sind. Oder hat irgendwer schon mal miterlebt, dass es seitens der uniformierten WL-Mitarbeiter oder deren getarnten Schwarzkappler-Kollegen eine entsprechende Verwarnung bzw. Abstrafung gegeben hätte? Aber wehe, man hat seine Jahreskarte einmal daheim liegen lassen: „Ja, das sagen sie alle!“

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Ich hab’s heute Nachmittag zum wiederholten Male festgestellt: Vor den Liften der Wiener U-Bahn-Stationen steht man sich manchmal echt Löcher in den Bauch, und warum? Weil es zig Leute zwischen 15 und 55 gibt, die trotz augenscheinlich bester Gesundheit zu faul sind, die (Roll-)Treppen zu benützen. Die bleiben lieber zehn Minuten stehen, bis sie es im dritten oder vierten Anlauf in eine Kabine schaffen. Ich bin ja, Gott sei’s gedankt (oder wem auch immer…), selten wirklich in Eile, wenn ich meine Tochter im Kinderwagen vor mir her schiebe. Und falls doch, dann darf’s, trotz schlechtem Gewissen, auch einmal flugs über die Rollenden Stufen gehen; wenn man den Dreh erst raus hat, halten sich die damit verbundenen Gefahren sehr in Grenzen.

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Alle paar Jahre wieder, so scheint es, muss hierzulande über den Text der Bundeshymne gestritten werden. Da werden Söhne gegen Töchter und Väter gegen Mütter ausgespielt, ein Kampf der Geschlechter. Dabei wäre alles so einfach. Ein Reformvorschlag, basierend auf dem offiziellen Text:

Land der Berge, Land am Strome,
Land der Äcker, Land der Dome,
Land der Hämmer, zukunftsreich.
Heimat, bist du großer Menschen,
Volk, begnadet für das Tschentschen,
Vielgerühmtes Österreich,
Vielgerühmtes Österreich.

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Im Vorfeld hielt sich das Land in angenehmer Weise zurück, aber wie wird Kärnten auf diesen 26. Jänner tatsächlich reagieren? Schließlich handelt es sich um den Geburtstag des Klagenfurter Sonnengottes. Sechzig Jahre wäre er jetzt geworden, wenn nicht – eh schon wissen. Ein Skirennen soll es geben, und auch die Bauernmusi sei schon bestellt; das immerhin. Von all zu großem Klimbim könnte man also mit etwas Glück verschont bleiben.

Doch das Volk am Wörthersee darf man erfahrungsgemäß nicht unterschätzen. Irgendein Brösel wird schon vermeldet werden, von wegen „großer Politiker“, „geliebter Landesvater“ oder dem Weg, dem es in seinem Andenken weiter zu folgen gelte, ob dieser nun blau, orange, braun, türkis oder rosa angeschmiert sei. Irgendein einfaches Gemüt wird schon nochmal aufmucken gegen den „Wiener Wasserkopf“, den israelischen Geheimdienst, die sozialistische Weltverschwörung der Freimaurer etc, – wetten? (Wie gerne würde ich allerdings dieses eine Mal unrecht haben…)

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